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Skydive-Lexikon: Begriffserklärungen zum Fallschirmsport

Safety Day: Ein Safety Day (Sicherheitstag) findet meist am Anfang der Saison, vor dem ersten Springen, statt. Hier werden von erfahrenen Springern oder vom Personal des Sprungplatzes nochmal sicherheitsrelevante Dinge besprochen, die jeder Springer bereits in der Ausbildung gelernt hat. Sinn und Zweck dieser “Auffrischung” nach der Winterpause ist, jedem Springer nochmal das Verhalten in Gefahrensituationen (etwa Fehlöffnung des Fallschirms) ins Gedächtnis zu rufen und den Fallschirmsport dadurch sicherer zu machen.

Load, Lift: Übersetzung: Load = Ladung, Lift = Aufzug ; Bezeichnung für das Flugzeug, welches einen Absetzvorgang durchführt. Während eines Sprungtages wird das Flugzeug mehrmals gefüllt mit Fallschirmspringern in die Luft geschickt. Ein solcher Durchlauf wird Load oder auch Lift genannt und dient den Springern auch als Orientierung, in welchem Flugzeug sie wieder drin sitzen (Du bist in Load / Lift 5 = Du bist in der 5. Maschine, die heute in die Luft geht). Auf einigen Sprungplätzen geht der erste und letzte Load (Sunset-Load) etwas höher, als die anderen Loads.

Sunset-Load: Der Sunset-Load ist der letzte Sprung vor Beendigung des Sprungbetriebs. Da dieser meist am Abend stattfindet, etablierte sich “Sunset”-Load (Sunset = Sonnenuntergang).

Absetzvorgang, Absetzen: Als Absetzvorgang bezeichnet man das Anfliegen des Flugzeuges zur Absprungzone (meist über dem Flugplatz) bis hin zum Verlassen des letzten Springers aus dem Flugzeug.

Scheingriff: Als Scheingriff nennt man einen “Übungsgriff” an den Hilfsschirm des Fallschirmes. Dient zur eigenen Sicherheit, dass man im Freifall problemlos seinen Fallschirm öffnen kann.

Hilfsschirm / Handdeploy: Dies ist ein Mini-”Fallschirm”, welcher mit einem Griffstück (meist ein kleiner Hackysack oder Plastik-Griff) auf der rechten Seite unten am Rig zu finden ist. Wird dieser gezogen und vom Luftstrom erfasst, zieht er den Hauptschirm (Fallschirm) aus dem Container.

Container: Ist ein Teil des Gurtzeugs und wird als “Verpackung” für den Fallschirm verwendet.

Hauptschirm: Der Hauptschirm ist der eigentliche Fallschirm, der beim normalen Öffnungsvorgang den Springer zur Erde bringt.

Gurtzeug / Rig: Im Gurtzeug befinden sich die beiden Fallschirme & der Öffnungsautomat. Einfach gesagt ist das Gurtzeug / Rig der Teil der Ausrüstung, welchen man auf dem Rücken trägt.

Übungsgurtzeug: Als Übungsgurtzeug bezeichnet man eine Art Fallschirm-Attrappe nur eben ohne Fallschirm. Hier wird nur das Gurtzeug (Beingurte, Auslöse-Griff, Trenn-Kissen, Reserve-Griff, Brustgurt, Steuerschlaufen) zu Übungszwecken irgendwo aufgehängt, um verschiedene Situationen (Fehlöffnungen des Fallschirms) während der Ausbildung oder beim Safety-Day / Auffrischungskurs zu üben.

Trenn-Kissen: Das Trenn-Kissen befindet sich an der linken Seite des Gurtzeugs und trennt beim Betätigen die Hauptkappe (den Fallschirm) vom Gurtzeug ab (zb. bei Fehlöffnung).

Pull, pullen: Pull wird der Öffnungsvorgang des Fallschirmes genannt. (Wann pullst du? = Wann / in welcher Höhe öffnest du deinen Fallschirm?)

Exit: Als Exit wird das Verlassen des Flugzeuges bezeichnet.

gelinkter Exit: Wenn man als Gruppe aus dem Flugzeug springt, geht man meist gelinkt (zb. an den Griffleisten der Sprung-Kombi anfassen) raus, um gleich einen guten Start für den Formationssprung zu haben.

Hühner-Exit: Der Hühnerexit beginnt zu zweit sitzend in der Tür. Beide Fallschirmspringer lassen ihre Beinen raus baumeln und haken sich mit beiden Armen und einem Bein ein. Der Linke Springer hakt sich mit seinem rechten Bein ins linke Bein des Sprung-Partners ein (richtig fest verhaken). Dann nimmt dieser den rechten Arm und hakt sich in den linken Arm des anderen Fallschirmspringers ein (wie beim Schunkeln). Jetzt muss der linke Springer nur noch seine linke Hand vor die Brust in Richtung des anderen Springers strecken und mit dieser die rechte Hand des Springers packen. Damit wäre man dann quasi 3-fach gelinkt mit dem anderen Springer. (mit dem anderen freien Bein kann man dann nach dem Exit wunderbar schnelle Drehungen einleiten ;) )

halbe Bremse: Bei der “halben Bremse” zieht man die Steuerschlaufen des Fallschirmes nur halb herunter. So verringert sich die Sinkgeschwindigkeit und man macht mit dem Schirm weniger Vorwärtsfahrt, der Fallschirmflug wird dadurch stabiler und weniger anfällig für Winde.

Landeanflug: Der Landeanflug ist vor der Landung die vorletzte Phase des Fallschirmsprungs. Da das Flugzeug meist mit vielen Springern abhebt und meist alle auf der gleichen Landefläche landen wollen, sollte man beim Anflug an die Landefläche nicht Kreuz und quer fliegen, sondern sich bereits vorher einen Landeanflug überlegen, der niemanden am Himmel behindert.

Packkurs: Bei einem Packkurs lernt man, wie man den Fallschirm so zusammenlegt und in den Container packt, dass dieser ohne Fehler aufgeht. Der Packkurs ist Teil der Fallschirmspringer-Ausbildung, wird aber auch für “Außenstehende” angeboten, die zukünftig nur Schirme packen wollen, um sich so ein paar Euro nebenbei zu verdienen.

Track / Tracken: Tracken ist eine bestimmte Art der Körperhaltung im Freifall, bei der man größere Vorwärtsfahrt macht. Hierzu streckt man seinen Körper und legt die Hände an die Hüfte, um auf dem Luftpolster anstatt nach unten, nach vorn fliegt. Dies wird auch zur Separation bei Formationen genutzt, um sich schnell von der Gruppe trennen zu können.

Separation / Separieren: Die Separation gehört zum Formationsspringen mit mehreren Fallschirmspringern und bezeichnet das schnelle Entfernen von der Gruppe, kurz bevor die Fallschirme geöffnet werden.

RW, RW-Kurs: RW ist die Abkürzung für Relative Work. Im Fallschirmspringen beschreibt man damit alles, was während des “Freifalls auf dem Bauch” passiert. Da dieses Bauchfallen alleine mit der Zeit langweilig werden könnte, macht man es meist mit mehreren Fallschirmspringern und zaubert damit die verschiedensten Formationen an den Himmel.
In einem RW-Kurs lernt man demzufolge, wie man sich auf dem Bauch fallend mit mehreren Skydivern in der Luft verhält, wie man diese anfliegt, verschiedene Griffe greift usw…

Open Accordeon: Das open Accordeon ist eine Freifall-Figur beim RW-Fliegen. Hier liegen sich die Springer gegenüber und greifen gegenseitig innen an die Arme (Ähnlich Handgeben bei Begrüßung, anstatt Hände werden sich aber die Arme “gegeben”). Bei mehr als 2 Springern entsteht so eine Kette von RW-Springern.

Pin: Beim Pin liegen sich 2 Fallschirmspringer im Freifall gegenüber und greifen sich an den Händen / an den Arm-Griffleisten.

Stern: Wenn sich Fallschirmspringer in der Luft Gegenüber liegen, sich an den Armen festhalten und so eine geschlossene Formation bilden, nennt man das Stern. Ähnlich wie ein Pin, nur mit mindestens 3 Springern.

Sidebody: Beim Sidebody muss ein RW-Flieger den anderen Fallschirmspringer an den seitlichen Griffpolstern (Oberarm-Griffleisten und Oberschenkel-Griffleisten) fassen.

Instructor: So wird ein Lehrer bzw. Ausbilder bezeichnet.

Rollbretter: Sind meist in Form geschnittene Bretter mit kleinen Rollen an der Unterseite. Dies ist ein Hilfsmittel für RW-Springer, um am Boden die entsprechenden Formationen auf dem Bauch üben zu können.

AFF-Ausbildung, Accelerated Freefall: Auf deutsch: beschleunigter Freifall – Ist die momentan modernste (und teuerste, aber meiner Meinung nach auch beste) Ausbildung, um vom Fußgänger zum Fallschirmspringer zu werden. Hier müssen Anfangs 7 Level absolviert werden, bei denen verschiedene Übungen im Freifall erledigt werden müssen. Dabei begleiten den Sprungschüler 2 bzw. später nur noch 1 Instructor während des Fallschirmsprungs. Die Lehrer müssen sicherstellen, dass der Auszubildende eine korrekte Körperhaltung annimmt. Sollte in der Luft irgendetwas schief gehen, können die Lehrer notfalls eingreifen. Hat der Sprungschüler die 7 Level absolviert, kommt dieser in den Solo-Status (oft als Level 8 bezeichnet) und darf weitere Übungen alleine absolvieren. Bei dieser Ausbildungsmethode kann man die Fallschirmspringer-Lizenz in Minimum 25 Sprüngen erreichen.

Floater-Exit: Beim Floater-Exit stellt man sich schon so in die Tür (oder außen an den Flieger), damit man gleich nach dem rausspringen (oder loslassen) seinen Körper in die anströmende Luft drehen kann. Dabei sollte man ein Hohlkreuz machen und den Kopf nach oben nehmen, mit Blickrichtung zum weiter fliegenden Flugzeug.

Dive-Exit: Bei dieser Exit-Variante springt man mit dem Kopf voran aus dem Flugzeug, wie als wolle man einen Köpfer ins Wasser machen.

leveln, Level halten: Beim leveln versucht man auf die gleiche Höhe zu kommen, wie seine Mitspringer. Das heißt Freifall-Geschwindigkeit durch ändern der eigenen Körperhaltung anpassen.

floaten: Floaten bedeutet, im Freifall einen “Katzenbuckel” zu machen (oder die Körperhaltung annehmen, als möchte man einen großen Gymnastik-Ball umarmen). Dadurch verändert sich die Körperanströmung so, dass man langsamer fällt (es bildet sich ein deutlich größeres Luftpolster beim floaten als beim Fallen mit Hohlkreuz).

Minikurs: Ist der erste Sprung der AFF-Ausbildung inklusive Theorie-Teil. Dieser Minikurs wird gern als Alternative bzw. Steigerung für einen Tandemsprung gesehen, da man hier selber springen darf und sich nicht an den Bauch eines Tandemmasters hängen muss.

Tandemmaster: Als Tandem-Master bezeichnet man einen erfahrenen Springer, der u.a. die Lizenz erworben hat, jemanden im Tandem mit in die Luft zu nehmen.

Headdown: Ist eine besondere Haltung im Freifall und zählt zur Kategorie Freefly. Beim Headdown fällt man mit dem Kopf voran in höchster Freifallgeschwindigkeit.

Sitfly: Freifallposition im Sitzen. Benötigt einiges an Übung um stabil zu sitzen, da man sehr leicht auf den Bauch oder Rücken “zurück fällt”.

Freefly: Übersetzt = freies fliegen. Ist eine noch relativ junge Disziplin im Fallschirmsport und beschreibt Freifallpositionen, die nicht auf dem Bauch stattfinden. Da man in diesen “unkonventionellen Körperhaltungen” weniger Luftwiderstand hat gegenüber dem Bauchfliegen, erreicht man hier wesentlich höhere Freifallgeschwindigkeiten. Dies verkürzt dementsprechend die Freifallzeit.

Manifest / manifestieren: Ist das Büro / die Rezeption / Verwaltung des Flugplatzes. Hier werden die Sprünge geplant & bezahlt. Wenn man sich manifestieren lässt, ist damit gemeint, dass man sich für einen Load eintragen lässt (Sprung buchen).

Dropzone: Englisches Wort für Fallschirmsprungplatz (ein Gebiet, in dem Fallschirmspringer ohne zusätzliche Genehmigung (wie zb. bei Außenlandungen notwendig) landen dürfen).

Packhalle: Die Packhalle einer Dropzone dient zum Packen der Fallschirme. Meist ist diese auch gleichzeitig der Hangar, in dem der Flieger über Nacht untergestellt wird. Packhallen sind auf vielen Sprungplätzen in bestimmte Bereiche unterteilt, wo Solo-Springer ihre Fallschirme (getrennt von den Tandemmastern) packen können.

ProTrack: Ist ein kleiner Sprung-Computer (digitales Logbuch), der viele Eigenschaften der aufgezeichneten Sprünge abspeichert. So erfasst das Gerät neben der Anzahl der absolvierten Fallschirmsprünge auch die Absprunghöhe, Öffnungshöhe, die Durchschnittsgeschwindigkeit im Freifall, die maximale Geschwindigkeit und vieles mehr.

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